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Ist mein Problem überhaupt groß genug für eine Therapie? Und was wenn eine Therapie schon einmal gescheitert ist?

  • Autorenbild: Nathalie Hessler
    Nathalie Hessler
  • 10. Aug. 2025
  • 2 Min. Lesezeit


Warum du kein schlechtes Gewissen haben musst, Hilfe anzunehmen – auch wenn du schon mal schlechte Erfahrungen gemacht hast.


Viele Menschen zögern, eine Therapie zu beginnen.

Nicht, weil sie nicht leiden – sondern weil sie glauben, ihr Leid sei „nicht schlimm genug“.

Vielleicht kennst du Gedanken wie:


  • „Anderen geht es doch viel schlechter.“

  • „Ich hab ja keinen richtigen Grund, traurig oder erschöpft zu sein.“

  • „Ich wüsste gar nicht, was ich erzählen soll.“


Oder vielleicht hast du sogar schon einmal eine Therapie gemacht – und sie hat dir nicht wirklich geholfen. Dann kann sich schnell die Frage einschleichen:

„Bringt das überhaupt was für mich?“


Woher kommt dieses Denken?

Viele Menschen haben früh gelernt, ihre Gefühle zu relativieren:


„Reiß dich zusammen.“

„Stell dich nicht so an.“

„Anderen geht es viel schlechter.“


Diese Sätze können bewirken, dass du beginnst, deine eigenen Bedürfnisse zu übergehen – und irgendwann gar nicht mehr sicher bist, ob du überhaupt das Recht hast, Hilfe zu suchen.


Das Problem mit dem Vergleichen

Vergleiche sind tückisch. Es wird immer jemanden geben, dem es scheinbar schlechter geht.

Doch das nimmt deinem eigenen Schmerz nicht seine Berechtigung.

Wenn du dir den Fuß brichst, sagst du ja auch nicht: „Ich gehe nicht zum Arzt, weil andere Schlimmeres haben.“


„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“

Viele Menschen glauben, sie müssten im ersten Gespräch schon alles perfekt erklären können.

Das stimmt nicht.

Es reicht völlig, wenn du beginnst mit:


  • „Ich merke, dass es mir schon länger nicht gut geht.“

  • „Ich bin oft erschöpft und weiß nicht warum.“

  • „Ich habe das Gefühl, festzustecken.“


Alles andere entwickelt sich im Gespräch.


Was, wenn die letzte Therapie nicht geholfen hat?

Es kann viele Gründe geben, warum eine frühere Therapie dich nicht weitergebracht hat:


  • Vielleicht war es nicht der richtige Zeitpunkt – manchmal braucht es bestimmte Lebensereignisse oder eine innere Bereitschaft, um sich wirklich auf den Prozess einzulassen.

  • Vielleicht hat die Chemie zwischen dir und dem Therapeuten nicht gepasst – das ist keine Schuldfrage, sondern einfach menschlich.

  • Vielleicht war der Therapieansatz nicht passend für deine Bedürfnisse.

  • Vielleicht hast du damals noch nicht erkannt, was heute klarer ist.



Wichtig zu wissen:

Eine Erfahrung, die nicht geholfen hat, heißt nicht, dass Therapie generell nicht wirkt.

Manchmal braucht es den Mut, es noch einmal zu versuchen – diesmal unter anderen Bedingungen.


Wie du den Weg in die Therapie leichter findest


  1. Nimm deine Gefühle ernst – auch wenn sie nicht „dramatisch“ wirken.

    Dein Schmerz ist Grund genug.

  2. Erlaube dir, unsicher zu sein.

    Du musst nicht sofort wissen, „was genau dein Problem ist“.

  3. Schreib dir ein paar Stichpunkte auf.

    Sie helfen, den Anfang zu finden – ohne Druck.

  4. Achte auf die Chemie.

    Erlaube dir, nach dem ersten Termin zu prüfen: Fühle ich mich hier sicher, verstanden und gesehen?

  5. Sieh es als neuen Versuch – nicht als Wiederholung.

    Jede Therapie ist einzigartig. Du bist heute an einem anderen Punkt als damals.


Hilfe anzunehmen ist ein Zeichen von Stärke

Du musst nicht warten, bis „es gar nicht mehr geht“.

Therapie ist nicht nur für Krisen – sie ist auch für Orientierung, Selbstentwicklung und innere Entlastung.


Wenn du möchtest, wende dich gerne an mich. 

 
 
 

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